Halsband oder Geschirr – da teilen sich häufig die Meinungen

Wer kennt es nicht: Man geht mit seinem Hund spazieren und ein anderer Hundehalter fragt ganz empört, warum man denn  bitte den Hund im Halsband / Geschirr führen würde.

Ich halte beides für sinnvoll!

Aber Stachel- und Würgehalsbänder lehne ich ab, sowie sog. Erziehungsgeschirre, die den Hunden Schmerzen zufügen.

Fakt ist: Sowohl ein Halsband als auch ein Geschirr haben ihre Vor- und Nachteile. Nun gilt es abzuwägen, was für den einzelnen Hund geeignet ist und womit der Halter besser zurecht kommt!

Die Vor- und Nachteile:

Halsband:
+ Es lässt sich schnell anlegen
+ Man hat das Gefühl, den Hund gut unter Kontrolle zu haben
+ Gibt es in vielen schönen Dessins
+ Im Vergleich zum Geschirr in gleicher Qualität: preiswerter
+ Man kann den Hund daran hindern, Dinge vom Boden aufzunehmen

Es würgt den Hund, wenn dieser zu stark zieht (deswegen bitte immer ein möglichst
breites Halsband verwenden – kaum ein Hund würde mit dem Ziehen aufhören, nur
weil es weh tut)
Es kann Schäden an der Wirbelsäule verursachen, vor allem wenn der Hund
ungebremst in die Leine Läuft oder durch Leinenrucken korrigiert wird

Geschirr:
+ sicheres Führen des Hundes
+ die Zugkraft wird über die Brustmuskulatur verteilt, somit hat der Hund keine
Schmerzen (wichtig beim Fahrradfahren oder Mantrailen)
+ kann auch zum Sichern des Hundes im Auto benutzt werden
+ man kann den Hund schnell greifen, wenn dies von Nöten ist
+ es gibt spezielle Geschirre, die ältere Hunde beim Laufen oder Treppensteigen unterstützen können

aus einigen Geschirren können sich Hunde befreien, vor allem in Paniksituationen
sitzen nicht immer optimal, bei manchen fehlen die Einstellmöglichkeiten.
häufig teurer, vor allem für Windhunde, Mops, Bullies und Co.
das Anziehen dauert länger und ist manchmal recht kompliziert.

Ich persönlich arbeite bei meinem kleinen Retriever mit beiden Hilfsmitteln: Halsband und Geschirr.
Das Halsband trägt die Kleine, wenn wir trainieren, oder sie leinenführig gehen soll.
Das bedeutet aber auch für mich: Wenn der Hund im Halsband geführt wird, muss ich 100% konsequent sein!
Da kaum einer, ich auch nicht, immer zu 100% konsequent sein kann und möchte, führe ich bei normalen Spaziergängen den Hund auch im Geschirr. Hier weiß sie, dass auch mal eine Leinenspannung okay ist – sowie der Kontakt mit fremden Hunden.

Bei Welpen würde ich zum Beispiel eher zu einem Geschirr raten, wenn der Kleine die Welt erkunden soll: beim ersten Mal in die Stadt gehen, beim Bahnfahren…
Aber auch beim Welpen würde ich im Training ein Halsband bevorzugen.

Woher soll mein Hund denn wissen, dass er mal leinenführig sein muss und mal nicht?

Ganz einfach: Durch Verknüpfung.
Hunde lernen ja sowieso immer kontextbezogen, also sie beziehen alles um sich herum beim Lernen mit ein. Das ist auch der Grund, warum der Hund auf dem Hundeplatz so toll gehorcht, er es aber in der Stadt „vergessen“ hat.

Und so lernt auch der Hund: „Wenn ich dieses Halsband trage, dann achtet Frauchen oder Herrchen ganz besonders darauf, dass ich mich benehme. Da lohnt es sich für mich nicht, zu ziehen. Ganz im Gegenteil: Es lohnt sich sogar, brav zu sein! Toll“

„Wenn ich das Geschirr um habe, dann kann ich auch mal in aller Ruhe die Hundezeitung lesen und ganz lange schnüffeln, ich darf auch vielleicht ja auch mal freudig zum Hundekumpel hinziehen.“

So schafft man sich und dem Hund „Auszeiten“, in denen man nicht konsequent sein muss, ohne dass man sich gleich seine Erziehung verbaut, weil der Hund lernt, dass der Halter nicht immer konsequent ist und somit für ihn nicht berechenbar und souverän.

Aber ganz egal für was Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass die Leinenführigkeit funktioniert, denn dann ist das Halsband, oder das Geschirr, eh nur noch ein hübsches Accessoire. :mrgreen:

Bei Fragen zum Halsband, Geschirr oder zur Leinenführigkeit können Sie mich jederzeit gern kontaktieren

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