Dognapping! – oder: Wie Nachbarn einen Dackelwelpen klauen wollten

Unfassbar, was da passiert ist!

Wer mich kennt weiß: Ich bin nicht oft sprachlos, aber dieser Fall hat mir wirklich die Sprache verschlagen!

Was ist passiert?

Ein Ehepaar, die Hundehalter, sind frisch gebackene Welpenbesitzer. Und zwar von Janosch, einem kleinen Rauhaardackel.
Janosch hält die beiden gut auf Trab, er macht das, was Welpen eben so alles machen: in die Wohnung, Unsinn, Spielen, Sachen kaputt, viel Freude…
Aber: So ein kleiner Wirbelwind kostet auch sehr viel Kraft! Das hatten die neuen Hundehalter etwas unterschätzt und waren sehr froh, als ihnen vor 2 Wochen ein Nachbar anbot, auf den Kleinen für eine Stunde aufzupassen, damit sie mal durchatmen können.

Das Angebot wurde dankbar angenommen. Trotz der Verschnaufpause vermissten sie Janosch schnell und standen nach 60 Minuten auf der Fußmatte des Nachbarn, um den Dackelwelpen wieder zu sich zu holen.

Doch der Nachbar öffnete nicht einmal die Tür, drohte dem Ehepaar sogar mit der Polizei, wenn sich diese nicht von seiner Haustür entfernen würden! Eine Horrorvorstellung!

In ihrer Not wenden sich die beiden an andere Nachbarn, die zuerst das Gespräch mit dem Nachbarn suchen wollen. Vergebens. Er rückt den Welpen nicht heraus. Stattdessen hat er ihn bei einem Kleinanzeigenportal im Internet inseriert…

Die zu Hilfe gerufenen Nachbarn alarmierten die Polizei, die dann auch nach Rellingen bei Hamburg kam.
Der Nachbar öffnete nun endlich die Tür und behauptete frech, die Hundehalter hätten ihm den Hund geschenkt! Als Beweis legte er den Polizeibeamten eine selbst ausgedruckte Schenkungsurkunde aus, allerdings ohne Unterschriften der Hundehalter, die ihrerseits den original Kaufvertrag des Dackels vom Züchter vorlegen konnten.

Dann ist doch jetzt alles klar, oder?

Leider nicht. Die Polizei sah sich gezwungen, das alles zu überprüfen und nahm den Dackel mit. Zum Glück für Janosch und seine Besitzer erklärten sich die hilfsbereiten Nachbarn bereit, den Dackel bis zu einer Klärung zu sich zu nehmen. Sie durften ihn nach 30 Minuten vom Polizeirevier abholen, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie den Dackelwelpen weder zu dem Ehepaar noch zu dem Entführer geben, bis alles geklärt ist.

Der Dognapper postete sogar auf Facebook einen Aufruf, in dem er jemanden suchte, der seine Nachbarn für 500€ verprügelt.
Originaltext: „500 wer meine Nachbarin um boxt plus Mann darf leider nicht selber zahle sofort und bar jeder zeit bitte bitte meldet euch wieder Bullen in Haus gehabt es reicht Hund bis morgen bei Polizei darf wieder zu Gericht damit ich ihn wieder bekomme hoffe ich meldet euch Dankeschön“
(Ich habe trotz innerem Widerstreben alles haargenau so abgetippt, wie es gepostet wurde. Rechtschreibung und Interpunktion liegt dem Entführer offensichtlich nicht.)

Am nächsten Morgen gingen die Hundehalter direkt zum Gericht, damit ein Richter entscheidet, dass der Hund offiziell zu ihnen gehört. Für alle, die die Umstände kennen auch eine klare Sache.

Das sah der Richter aber nicht ganz so, denn es gab erst 1 Wochen später ein Urteil!

Wie wurde entschieden?

Wie nicht anders zu erwarten durfte Janosch nach dem Urteil wieder zu seinem Herrchen & Frauchen nach Hause zurück!  😀

Auch wenn letztlich wieder alles gut wurde – ich finde allein den Gedanken, was so eine selbst ausgedruckte Schenkungsurkunde verursachen kann, absolut gruselig!

Stellen Sie sich einmal vor, das würde Euch mit Eurem Hund passieren!janosch

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