Begleithundeprüfung am 1.12.2012 in Hamburg

Am Samstag, 1. Dezember 2012, war es endlich soweit: Die Begleithundeprüfung (BHP/R) im Deutschen Retriever Club (DRC) fand in Hamburg statt!

Auf den Tag haben meine Hündin und ich hingearbeitet und als es morgens in Hamburg losging war ich total aufgeregt! Trotz warmer Kleidung hatte ich eiskalte Füße…

In Halstenbek ging es um 8 Uhr los und wir kamen in Hamburg-Billwerder um 8:45 Uhr an. (Ja, auch wenn ich direkt an der Stadtgrenze zu Hamburg wohne, Hamburg ist doch sehr groß und es braucht schon seine Zeit, von einem Ende Hamburgs zumanderen zu gelangen.)

Ich hatte inständig gehofft, dass ich mit meinem Hund nicht als erstes starten muss – und hatte Glück: Ich hatte das Los mit der Startnummer 9 gezogen. Puh! Andere wollten unbedingt ganz weit vorne sein, damit sie es hinter sich hatten…
So hatte ich die Gelegenheit, erst einmal bei den anderen zuzusehen, immerhin war ich absoluter Prüfungsneuling in diesem Bereich.

Mit der Zeit entspannte ich mich und konnte auch entspannt bei den anderen Prüflingen zusehen.

Als die Nummer 8 geprüft wurde machte ich mich mit meiner Hündin „warm“, was bedeutet, dass wir ein paar Elemente der Prüfung durchgegangen sind. Alles lief super und ich war guter Dinge.

Dann ging es auf den Platz und ich war urplötzlich aufgeregt.

Der Prüfungsleiter erklärte noch mal alles ganz genau und dann ging der Teil A der BHP/R los.

Zu Beginn war Fußarbeit gefragt, eigentlich unsere Paradedisziplin. Vor lauter Aufregung habe ich anfänglich vergessen zu Atmen. 🙄
Als erstes musste der Hund an der Leine bei Fuß laufen. Dabei sollte man Links- und Rechtswinkel, Geschwindigkeitswechsel und eine Wendung einbauen und man sollte mindestens zweimal stehen bleiben wobei der sich Hund unaufgefordert neben einen zu setzen hatte.
Dann mussten wir durch eine sich bewegende Menschenmenge gehen, dort auch die Richtungen wechseln und stehen bleiben.
Auf Anweisung des Prüfers wurde der Hund abgeleint und das Ganze musste noch mal ohne Leine gezeigt werden.
Aber meine Aufregung übertrug sich auf meine Toller-Hündin und wir bekamen insgesamt 4 Punkte abgezogen. Da dieses Fach doppelt gewertet wird, wurden uns also insgesamt 8 Punkte abgezogen.

Als nächstes war „Sitz aus der Bewegung“ gefordert. Der abgeleinte Hund folgt einem bei Fuß und nach 10-15 Schritten gibt man seinem Hund das Signal, sich zu setzen, ohne selbst dabei langsamer zu werden. Dann geht man noch mal 10-15 Schritte weiter, dreht sich um und wartet auf das Zeichen des Prüfers, dass man den Hund ran rufen darf.
Das hat Rala fehlerfrei gemacht.

Nun folgte „Platz aus der Bewegung„. Der Aufbau ist ähnlich dem Sitz, nur dass man in der Entfernung eine Minute warten muss.
Rala durfte sich also nicht vom Platz weg bewegen. Als die Minute um war bin ich zurück zu ihr gegangen und eigentlich hätte sie so lange im Platz bleiben müssen, bis ich ihr zu bedeuten gebe, dass sie sich setzen darf. Eigentlich. Leider ist sie ein wenig zu früh aufgestanden, so dass da ein Punkt abgezogen wurde.

Jetzt wurde es schwierig. Der Hund wurde an einer Stelle abgelegt, man ging ohne den Hund anzusehen weg und traf auf drei Menschen mit einem Hund. Mit denen musste man außer Sicht des abgelegten Hundes gehen.
Die ganze Zeit war der sogenannte Verleithund eine ruhige Golden Retriever Dame, doch bei Rala kam plötzlich ein junger wilder Flat Coated Retriever auf den Platz. Zudem wurde an der Eingangspforte so gepoltert, dass ich dachte, gleich springt Rala auf. Vor allem, weil ihr „bester Freund“ ein junger wilder Flat ist… Aber die Sorgen waren unberechtigt: Sie blieb liegen! Und zwar bis ich nach einer Minute aus dem Versteck treten durfte, zu ihr gegangen war, mich neben sie gestellt hatte und sie wieder ins Sitz genommen hatte. :mrgreen:

Als vorletztes wurde der Apportier-Trieb getestet. Rala musste bei Fuß neben mir sitzen und der Prüfer warf einen Dummy. Der Hund musste sitzen bleiben, bis ich ihr erlaubt hatte, den Dummy zu holen. Dann kam sie wie ein Wirbelwind zurück und legte mir den Dummy nach Aufforderung in die Hand: Volle Punktzahl.

Zu guter Letzt wurden zwei Schüsse abgegeben und der Hund durfte keine Scheu davor zeigen. Zeigte sie auch nicht. Sie lief freudig zur Schützin.

Teil A hatten damit mit 71 von 80 Punkten mit einem „sehr gut“ bestanden.

glückliche Prüflinge

Nach der Mittagspause ging es weiter mit Teil B.

Zuerst wurde auf dem Gelände des Hamburger Hovawartvereins die Abrufbarkeit des freilaufenden Hundes geprüft. Das ging super schnell wobei es bei Rala gar nicht sooo leicht war, sie für längere Zeit von mir weg zu bekommen…

Dann ging es zum S-Bahnhof „Mittlerer Landweg“ in Hamburg-Billwerder.
ich hatte das Gefühl, dass sich die Prüfungszeit der ersten 5 Hunde extrem in die Länge gezogen hatte.
Als wir endlich drankamen war es schon sehr dämmrig.
Als erstes sind wir über einen Parkplatz gegangen und ein Fahrradfahrer fuhr sehr dicht an uns vorbei. Danach ging es in den Bahnhofsaufgang. Dort haben wir den Plan studiert und Rala musste sich ruhig verhalten und sitzen.
Danach musste sie zeigen, dass sie mich die Treppen weder hoch noch runter schleifen würde, sondern die Treppenbenutzung an lockerer Leine bewältigt.
Wieder unten angekommen musste ich noch mal einen Plan studieren, während Rala im Platz hätte warten sollen.
Aber ganz ehrlich. Durch den extrem anstrengenden und doch schon sehr langen Tag war die kleine absolut ko und quakte nur noch ein wenig vor sich hin. Aber sie hat sich immerhin hingesetzt.
Jetzt wurde sie angeleint, ich musste außer Sicht verschwinden und ein Verleithund ging an ihr zweimal vorbei. Dort sollte der Hund lediglich zeigen, dass er nicht an der Leine randaliert.
Auf dem Rückweg zu den anderen wurden wir von einem Jogger überholt und eine grölende und teils merkwürdig laufende Menschenmenge kam uns engegen.

Danach hat der Richter uns mitgeteilt, dass wir die Begleithundeprüfung für Retriever am 1.Dezember 2012 in Hamburg bestanden haben. 😆

Übrigens haben dieses Mal alle Teilnehmer die Prüfung bestanden und jeder konnte mit einer Urkunde und einem Eintrag in der Ahnentafel nach Hause gehen.

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